Window Paintings

AB 24. SEPTEMBER, VILLA BERG, STUTTGART

Immer wieder wird die Frage gestellt: Was passiert eigentlich mit der Villa Berg? Mit dem temporären Kunstprojekt Window Paintings zeigt der Planungsstab Villa Berg nun, wie das künstlerische „Mehr“ im künftigen „offenen Haus für Musik und Mehr“ aussehen könnte.

Die Idee, die Fenster der derzeit ungenutzten Villa Berg mit historischen Bildern von Stars aus der Zeit als Konzert- und Sendesaal zu schmücken, wurde 2020 vom SWR entwickelt und umgesetzt. Nachdem die Parkbesucherinnen zwei Jahre in Erinnerungen schwelgen konnten, wirft der Planungsstab Villa Berg, der beim Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart angesiedelt ist, nun einen Blick in die Zukunft: Welche künstlerischen Ausdrucksformen könnten an diesem einzigartigen Ort – neben Musik – noch zu sehen sein? Der Entwurf Window Paintings wurde aus drei internationalen Arbeiten in einem partizipativen Auswahlprozess für die Umsetzung ausgewählt. Eine gemischte Jury aus Bürgerinnen und Expertinnen entschied sich dabei einstimmig für den Entwurf von Andrea Lüth. Damit wird bereits eine weitere Besonderheit der neuen Villa Berg deutlich: Bürgerinnenbeteiligung auch im künstlerischen Programm.

Mit Window Paintings verleiht Andrea Lüth der Villa Berg neue Fenster aus Farbe. Diese malt sie mit Acrylfarbe direkt auf die Holzplatten, die bis zum Umbau der Villa Berg zum Kulturzentrum deren Fenster zum Schutz bedecken. Als würde man mit dem Finger ein Fenster in die Luft zeichnen, so beschreibt die Künstlerin ihre grafische Gestaltung, die sich an der originalen Fenstergeometrie der Villa orientiert. Statt Glasscheiben malt sie bunt variierende Farbflächen, wodurch die Window Paintings ein breites Spektrum an Assoziationen eröffnen, „zwischen Disco und Kirchenfenster“, wie Lüth ergänzt. Somit wirft die Arbeit mit Blick auf die Zukunft der Villa die Fragen auf: Was leuchtet da heraus? Ist innen schon was los und was wird hier passieren?

Die in Wien lebende Künstlerin Andrea Lüth studierte Malerei und Grafik / Bildende Kunst in Linz und Berlin. Ihre Arbeiten umfassen Zeichnung, Malerei, Video und Text sowie Installation und beziehen häufig den öffentlichen Raum mit ein. Diese Interventionen passieren scheinbar beiläufig und brechen mit gewohnten Prinzipien der Inszenierung von zeitgenössischer Kunst. Ihre Arbeiten bewegen sich rund um das Feld der Irritation.

Realisiert werden konnte die Aktion durch eine Kooperation zwischen dem Fachbereich Kunst im öffentlichen Raum und dem Planungsstab Villa Berg. Kuration und Organisation von The Real Office.